Titelbild Interview Anja Schumann Women Techmakers

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INTERVIEW

"Mehr Frauen in Tech!"

Im Interview: Anja Schumann

20. März 2017

Anja Schumann kämpft mit ihrem Start-Up Moinworld darum, mehr Frauen und Mädchen für die Tech-Welt zu begeistern und weibliche Devs besser miteinander zu vernetzen. Dafür organisiert sie Programmierkurse für Anfängerinnen und die Women Techmakers – ein Meetup-Format zum Wissensaustausch und Networking. Die Women Techmakers hatten wir letztens für ein solches Meetup bei uns in Hamburg zu Gast, die perfekte Gelegenheit Anja ein paar Fragen zu stellen:

Was sind die Women Techmakers und was machen sie? Welche Ziele habt ihr?

Women Techmakers ist eine internationale Initiative von Google, um Frauen innerhalb des Unternehmens besser zu vernetzen und zu fördern. Weltweit wird die Initiative größtenteils von Volontären organisiert, wobei wir alle ein gemeinsames Ziel haben: eine größere Diversity innerhalb der IT-Branche zu erreichen.

Wieso engagierst du dich bei den Women Techmakers?

Ich selbst komme aus dem digitalen Bereich. Habe Wirtschaftsinformatik studiert und seitdem immer an der Schnittstelle zur IT gearbeitet und digitale Transformationen geleitet. Es ist ein Thema, was mich begeistert. Besonders seitdem ich selbstständig bin habe ich nach einem entsprechenden Netzwerk gesucht, in dem ich mich weiterbilden und austauschen kann.

Wir alle wissen, dass die IT-Szene nicht besonders weiblich ist, und ich konnte einfach keine Veranstaltung finden, auf der ich mich zu 100 Prozent wohl gefühlt habe. Mit einem Vorbild aus Israel im Hinterkopf habe ich deshalb das Meetup in Hamburg gegründet. Ich will damit meinen Beitrag leisten, dass Frauen mehr an unserer digitalen Zukunft beteiligt werden. Das nützt uns allen.

Im Gegensatz zu dem globalen Ansatz der Women Techmakers richtet sich unser Programm in Hamburg auch an jüngere Frauen und Mädchen, da diese ihre Karriere noch vor sich haben.

Was müsste sich deiner Meinung nach ändern, damit mehr Frauen in technische Berufe kommen?

Mehr Bewusstsein und Aufklärung im Bereich Unconscious Bias, also unbewusster Vorurteile, wäre wichtig. Es gibt genug Studien, die beweisen, dass Mädchen sich nach Vorb,ildern im eigenen Umfeld umschauen, wenn sie ihre eigene Zukunft projizieren. Es ist daher wichtig entsprechende Vorbilder, also Frauen, die Karriere im digitalen Bereich gemacht haben, im Umfeld dieser Mädchen zu platzieren. Ein wichtiger Ansatz ist in diesem Zusammenhang: “We need to teach our children to be brave and not to be nice.”

Unternehmen haben die agile Vorgehensweise adaptiert. Es geht darum, schnelle Ergebnisse zu produzieren, Feedback zu sammeln, zu lernen und Neues zu versuchen. Das ist die Vorgehensweise, die wir uns alle aneignen sollten. Mutig sein, ausprobieren, wenn es schwierig wird, weitermachen und an sich selbst glauben.

Wenn du erzählst, was du tust, was ist die häufigste Reaktion?

“Ach Du bist in der Tech Welt unterwegs. Sieht man Dir gar nicht an”. Aber auch: Was ist ein Meetup? Tatsächlich wissen die meisten Leute nicht, was ein Meetup ist. Deswegen denke ich, dass es da ein großes Potenzial gibt. Wir haben zwar über 1.100 überwiegend weibliche Mitglieder in unserer Meetup Gruppe, was nach einem Jahr sehr viel ist, aber wir können bestimmt noch viel mehr Frauen für IT begeistern.

Tatsächlich sind die Reaktionen insgesamt aber nur positiv. Daher habe ich entschieden, diese Initiative jetzt auch erst einmal zu meinem Hauptprojekt zu machen, und die entsprechende Infrastruktur aufzubauen, damit wir tatsächlich etwas bewegen und mehr Frauen für eine Karriere in der IT begeistern. 

Wenn du dir für deine Arbeit etwas wünschen dürftest – was wäre das?

Wir sind gerade dabei, eine Codeschool aufzubauen, um Frauen tatsächlich auch für eine Karriere in der IT zu qualifizieren. Wir freuen uns sehr über Unternehmen, die diese Initiative unterstützen und helfen, die Ausbildung praxisnah zu gestalten. Gleichzeitig freue ich mich über das Engagement von Teilnehmerinnen unserer Community. Letztendlich sind wir ja auch eine super Plattform, um die eigene Komfortzone zu erweitern, sein eigenes Wissen zu teilen bzw. zu festigen und sich in der Branche weniger alleine zu fühlen.

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Sandra Schwarz
Sandra Schwarz

Manager Corporate Communications and Strategy

+49 40 432969-5530

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